Nachweis der Urheberschaft an Fotos

Ein Rechtsstreit wegen unberechtigten Nutzung von Fotos setzt voraus, dass die Urheberschaft an den Bilder bewiesen werden kann. Doch wie kann man die Urheberschaft an einem Foto nachweisen?

Meta- bzw. Exif-Daten

Die Meta- bzw. Exif-Daten sind nicht ausreichend, um die Urheberschaft an einem Foto zu beweisen (LG München I, Urteil vom 21.05.2008, Az. 21 O 10753/07), denn mit entsprechender Software – z.B. mit dem kostenlosen Freeware-Programm ‚Exifer‘ – könnten diese Daten nachträglich verändert werden. Da die Exif-Daten nicht taugliche Beweismittel sind, ist der Nachweis der Urheberschaft für Fotografen erschwert.

Hotpixel

Auch wenn Hotpixel grundsätzlich einen Rückschluss auf die Kamera zulassen, sind zum Nachweis der Urheberschaft nicht geeignet, da sie mit Grafik-Programmen auch nachträglich eingefügt werden können. (LG München I, Urteil vom 21.05.2008, Az. 21 O 10753/07).

Copyright-Vermerk

Wenn der Urheber die Bilder auf seiner Internetseite veröffentlicht hat und dort einen Copyright-Vermerk (Urheberkennzeichnung) angebracht hat, kann seine grundsätzlich Urheberschaft vermutet werden (LG Frankfurt/Main, Urteil vom 20.02.2008, Az. 2-06 O 247/07, 2/06 O 247/07, 2-6 O 247/07, 2/6 O 247/07). Wenn die Bilddateien auf einem Speichermedium übergeben werden, ist die Angabe des Urhebers in einer Textdatei auf demselben Datenträger ausreichend (LG Kiel, Urteil vom 02.11.2004, Az. 16 O 112/03).

Höher auflösende Datei

Der stärkste Beweis für die Urheberschaft an einem Bild sind die hochauflösende Original-Datei oder der Negative (AG Düsseldorf, Urteil vom 18.08.2009, Az. 57 C 14613/08). Wir raten daher jedem Fotografen, seine Bilder nie in der höchsten Auflösung, sondern nur komprimiert oder nur in Ausschnitten zu veröffentlichen oder weiterzugeben. Später kann anhand der höher auflösenden Original-Datei der Nachweis der Urheberschaft sicher geführt werden.

Fotoserie

Kann ein Fotograf eine ganze Serie von zusammenhängenden Fotos vorlegen, spricht im Übrigen ein erster Anschein dafür, dass sämtliche Fotos dieser Fotoserie von ihm stammen (LG München I, Urteil vom 21.05.2008, Az. 21 O 10753/07). Diese muss nicht vollständig sein, d.h. es können unbrauchbare oder nicht gelungene Fotos ruhig gelöscht sein. Entscheidend ist lediglich die Vorlage von Fotos, welche als Teil einer Fotoserie erkannt werden können.

Fazit

Bei sorgfältiger Archivierung und Pflege des eigenen Fotoarchivs lässt sich die Urheberschaft an Fotos im Streitfall nachweisen.