FAQ Arbeitsrecht: Probezeit

Häufig wird eine Probezeit im Arbeitsvertrag vereinbart. Es gibt besondere Regeln z. B. für Kündigung und Urlaub. Hier erfahren Sie mehr über die Probezeit.

  1. Was ist eine Probezeit?
  2. Welche Arten von Probezeit gibt es?
  3. Gilt eine Probezeit automatisch?
  4. Wie wird eine Probezeit vereinbart?
  5. Muss eine Probezeit vereinbart werden?
  6. Wie lange darf die Probezeit dauern?
  7. Gibt es eine Probezeit für Azubis?
  8. Kann während der Probezeit gekündigt werden?
  9. Welche Kündigungsfrist gilt in der Probezeit für den Arbeitnehmer/ Arbeitgeber?
  10. Besteht während der Probezeit Kündigungsschutz?
  11. Urlaub in der Probezeit – geht das?
  12. Krank in der Probezeit – Habe ich Anspruch auf Lohnfortzahlung?

Was ist eine Probezeit?

Die Probezeit ist die Zeit des gegenseitigen Kennenlernens von Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

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Welche Arten von Probezeit gibt es?

Es gibt drei Arten:

    • zeitlich befristeter Arbeitsvertrag zur Probe, d.h. nach einer festgelegten Zeit endet das (ohne Kündigung) Arbeitsverhältnis automatisch (sog. „Probearbeitsverhältnis“).
    • unbefristeter Arbeitsvertrag mit Probezeit als Mindestvertragslaufzeit, d.h. eine Kündigung ist dann für die Probezeit ausgeschlossen, danach läuft der Arbeitsvertrag weiter.
    • unbefristeter Arbeitsvertrag mit echter Probezeit. Hier ist eine Kündigung innerhalb von 6 Monaten mit einer Frist von 2 Wochen möglich. Nach 6 Monaten gilt dann die gesetzliche Kündigungsfrist (§ 622 BGB).

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Gilt eine Probezeit automatisch?

Nein, nur wenn sie vereinbart ist. Bei Auszubildenden ist sie allerdings gesetzlich vorgeschrieben (s. unten).

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Wie wird eine Probezeit vereinbart?

Eine Probezeit kann im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag vereinbart werden.

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Muss eine Probezeit vereinbart werden?

Nein. Ausnahme gibt es für Auszubildende (s. unten).

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Wie lange darf die Probezeit dauern?

Dies ist nicht vorgeschrieben, allerdings gilt die verkürzte Kündigungsfrist (2 Wochen) nur in den ersten 6 Monaten. Danach gelten die normalen Kündigungsfristen.

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Gibt es eine Probezeit für Azubis?

Ja. Für Auszubildende ist eine Probezeit sogar gesetzlich vorgeschrieben. Sie muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen (§ 20 BBiG – Berufsbildungsgesetz). Während der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis jederzeit von beiden Seiten ohne Einhalten einer Kündigungsfrist gekündigt werden.

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Kann während der Probezeit gekündigt werden?

Ja. Es sei denn dies wurde im Arbeitsvertrag ausgeschlossen.

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Welche Kündigungsfrist gilt in der Probezeit für den Arbeitnehmer/ Arbeitgeber?

Während der Probezeit (in den ersten 6 Monaten), kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden. Danach gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen. Das gilt für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen.

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Besteht während der Probezeit Kündigungsschutz?

Probezeit und Kündigungsschutz haben nichts miteinander zu tun. Sie sind voneinander unabhängig.

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Urlaub in der Probezeit – geht das?

Ja. Bereits während der Probezeit kann ein Arbeitnehmer für jeden Monat des bestehenden Arbeitsverhältnisses 1/12 seines Jahresurlaubs nehmen (§ 5 BUrlG – Bundesurlaubsgesetz). Der volle Jahresurlaubsanspruch entsteht aber erst nach 6 Monaten (§ 4 BUrlG).

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Krank in der Probezeit – Habe ich Anspruch auf Lohnfortzahlung?

Ein Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall besteht erst nach vierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses (§ 3 Absatz 3 EntgFG – Entgeltfortzahlungsgesetz). Dies gilt unabhängig davon, ob eine Probezeit vereinbart wurde. Es ist aber wichtig, dem Arbeitgeber den Krankenschein unverzüglich vorzulegen.

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