Arbeitgeber muss Foto von Ex-Mitarbeiter auf Homepage löschen

Arbeitgeber müssen persönliche Daten ausgeschiedener Arbeitnehmer von ihrer Homepage löschen, so das Hessische Landesarbeitsgericht mit Urteil vom 24. Januar 2012, Az. 19 SaGa 1480/11.

Auf der Internetseite des Arbeitgebers wurde das Profil der Arbeitnehmerin einschließlich eines Fotos dargestellt. Nach nur 3 Monaten verließ die Arbeitnehmerin das Unternehmen. Der Arbeitgeber löschte die Daten der Arbeitnehmerin nur unvollständig von seiner Internetseite: Ihre persönliche Daten und Fotos blieben im Firmen-Blog weiterhin abrufbar. Die hiergegen beantragte einstweilige Verfügung war vor dem Arbeitsgericht erfolgreich. Dem Arbeitgeber wurde die Nutzung untersagt und ein Ordnungsgeld von 50.000 EUR angedroht.

Der Arbeitgeber wendete sich erfolglos gegen die einstweilige Verfügung.

Das Hessische Landesarbeitsgericht sah das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmers verletzt, da der Arbeitgeber die persönlichen Daten und Fotos weiter auf seiner Homepage präsentierte. Auch wenn die Veröffentlichung auf der Firmenseite und im Firmen-Blog ursprünglich mit Wissen der Arbeitnehmerin erfolgte, durfte sie die Löschung im Wege der einstweiligen Verfügung verlangen.

Das veröffentlichte Profil habe werbenden Charakter, so das Landesarbeitsgericht. Insbesondere würden durch Foto und Text die individuelle Persönlichkeit und die berufliche Qualifikation der Arbeitnehmerin herausgestellt. Hierdurch werde der falsche Eindruck geweckt, sie sei weiterhin für den Arbeitgeber tätig. Tatsächlich war sie aber mittlerweile als Konkurrentin des Arbeitgebers tätig, so dass sie nun mit Wettbewerbsnachteilen rechnen musste: Potentielle Mandanten würden auf die Homepage des alten Arbeitgebers verwiesen. Ein berechtigtes Interesse des alten Arbeitgebers an der Veröffentlichung der Daten der ausgeschiedenen Arbeitnehmerin war nicht ersichtlich.

Im vorliegenden Fall war der Arbeitgeber übrigens eine Anwaltskanzlei und die Arbeitnehmerin Rechtsanwältin.

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